DGNB Version 2023.2 - Jetzt verfügbar in conpli

Pascal Keppler
20 August 2026

Seit dem 28. Juli 2026 steht die finale Fassung der DGNB-Systemversion 2023.2 für den Neubau von Gebäuden zur Verfügung – und ist ab sofort auch in conpli abgebildet.

Was ist neu?

Mit der Version 2023.2 hat die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) ihr Zertifizierungssystem für Neubauten überarbeitet. Der Kriterienkatalog wurde in einem praxisnahen Beteiligungsprozess mit erfahrenen Auditoren geprüft und spürbar verschlankt; der Fokus liegt nun stärker auf den Kriterien mit dem größten Beitrag zur Nachhaltigkeitsqualität. Nach Angaben aus der Beratungspraxis schrumpfte der Katalog dabei von rund 680 auf gut 550 Seiten. Die finale Gewichtungstabelle sowie die Bearbeitung der Kriterien in der DGNB System Software stehen seit Ende Juli 2026 bereit; eine Übersicht der wesentlichen Änderungen gegenüber der Version 2023 stellt die DGNB in ihrer Gruppe für Auditoren und Consultants zur Verfügung. Vorgestellt wurde die Version bereits in einer digitalen Infoveranstaltung am 12. Mai.

Inhaltlich zielt die Fassung auf weniger Dokumentationsaufwand bei vergleichbarer Nachhaltigkeitsqualität. Sämtliche Indikatoren, Nachweisverfahren und die damit verbundenen Dokumentationsaufwände wurden kritisch auf ihre Wirkung hin überprüft, und der Einstieg in die Zertifizierung wird in aufwandsreduzierter Form ermöglicht. Ein Teil der bisherigen Mindestanforderungen aus der Version 2023 wurde entschärft und in freiwillige, punktbewertete Anforderungen überführt; obligatorisch bleibt unter anderem eine Klimagefahrenanalyse in minimalem Umfang. Neu honoriert werden zudem der DGNB Gebäuderessourcenpass und der Zirkularitäts-Check im Kriterium TEC1.6 Zirkuläres Bauen.

Den Namen 2023.2 statt 2026 wählte die DGNB bewusst: Wer bereits das Richtige tut, soll dranbleiben können und dafür ein passendes Instrument an die Hand bekommen – Hintergrund ist die laufende Debatte um Entbürokratisierung im Bauwesen. Die Reduktion bei Aufwand und Kosten betrifft dabei vor allem die Honorare für Auditoren und weitere Dienstleistungen im Zertifizierungsprozess; die Zertifizierungsgebühren der DGNB selbst bleiben unverändert. Beim Zeitplan gilt: Eine Anmeldung auf die Version 2023 ist noch bis zum 30. September 2026 möglich, ab dem 1. Oktober 2026 ersetzt die Version 2023.2 die Vorgängerversion vollständig. Bereits angemeldete Projekte können auf Anfrage ohne Zusatzkosten umsteigen.

Was bedeutet das für die Produktprüfungen?

Für die Produktprüfung besonders relevant ist eine Besonderheit im Kriterium ENV1.2: Die aktuelle Kriterienmatrix (Anlage 1) darf unabhängig von der angemeldeten Systemversion angewendet werden, und einzelne Zeilen der genutzten Version lassen sich auf 2023.2 umstellen. Projekte müssen also nicht vollständig auf die neue Version wechseln, um von der schlankeren Systematik zu profitieren – die Umstellung ist zeilengenau möglich.

Genau hier setzt conpli an. Die Version 2023.2 steht ab sofort als eigenes Zertifizierungssystem zur Auswahl – sie ist damit nicht automatisch in allen Projekten aktiv, sondern kann bei Bedarf gezielt ausgewählt werden. So lässt sich pro Projekt entscheiden, ob und wann umgestellt wird. Weil sich einzelne Zeilen der Kriterienmatrix projektübergreifend nach 2023.2 bewerten lassen, betrachten auch Projekte auf älteren Versionen nur noch die Zeilen, die in 2023.2 weiterhin enthalten sind. Da der Umfang der neuen Version reduziert ist – etwa bei den Anforderungen an werksseitige Beschichtungen –, sinkt damit die Zahl der zu prüfenden Positionen spürbar.

Eine Umstellung auf die Version 2023.2 reduziert die Zahl der nachzuweisenden Positionen und damit den Aufwand für die Produktprüfung.

Im Rahmen der neuen Version haben wir zudem die Systematik grundlegend vereinfacht: Insgesamt müssen deutlich weniger Angaben gemacht werden. Die zugrunde liegende Logik wurde neu strukturiert und die Zahl der auszufüllenden Felder reduziert. Das verkürzt die Nachweisführung und hält den Prüfstatus über Projekte hinweg konsistent.

Wer mit conpli arbeitet, kann die Version 2023.2 ab sofort projektweise auswählen – ein Umstieg ist ohne zusätzlichen Einrichtungsaufwand möglich. Fragen zur Anwendung auf konkrete Projekte beantworten wir gern direkt.

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