Digitaler CO2-Ausweis für Bauprodukte

30 March 2026

Die neue EU-Bauprodukteverordnung (CPR) stellt die Branche vor einen grundlegenden Wandel: Erstmals müssen Herstellerden produktspezifischen CO₂-Fußabdruck ihrer Bauprodukte verpflichtend ausweisen.

Branchen-Durchschnittswerte sind künftig nicht mehr zulässig, da sie die tatsächliche Performance einzelner Produkte nicht korrekt widerspiegeln. Damit wird die Datentiefe zu einem entscheidenden Faktor – technisch, regulatorisch und wirtschaftlich.

„Der Trend geht eindeutig in Richtung Gebäude-Lebenszyklusanalysen. Auch deshalb werden belastbaren Produktdaten zunehmend zum echten Wettbewerbsfaktor.“

– Pascal Keppler, Teamleiter Data-Services & LCA

Hersteller müssen deshalb auf herstellerspezifische Umwelt-Produktdeklarationen (EPDs) setzen, um belastbare Werte für ihre Leistungserklärungen zu liefern. Wer diese Daten nicht vorweisen kann, muss im Zweifel konservative Worst-Case-Werte ausweisen. Ein klarer Nachteil im Wettbewerb, insbesondere im Hinblick auf Gebäudezertifizierungen oder Förderprogramme.

Parallel entsteht mit der EU-Ecodesign-Verordnung (ESPR) der digitale Produktpass, der ab 2028 eine strukturierte, maschinenlesbare Bereitstellung aller relevanten Produktinformationen verlangt. PDFs reichen nicht mehr aus; digitale Lieferfähigkeit wird zur Grundvoraussetzung. Studien zeigen, dass rund 70 % der Hersteller aktuell noch nicht ausreichend vorbereitet sind.

Gleichzeitig zieht der EU-Green-Deal die Anforderungen weiter an: Ab 2028 sind Lebenszyklusanalysen für große Neubauten verpflichtend, ab 2030 für alle Neubauten. Damit werden CO₂-Daten ein zentraler Hebel, um Gebäude ökologisch und ökonomisch zu optimieren. Je präziser die Produktdaten, desto besser die Steuerbarkeit der gesamten Klimabilanz.

Der Handlungsdruck auf die Industrie wächst, nicht nur durch Regulatorik, sondern auch durch steigende Erwartungen im Markt. Förderprogramme, Finanzierungsmodelle und Qualitätsnachweise verlangen zunehmend belastbare, digitale und produktspezifische Nachhaltigkeitsdaten. Unternehmen, die frühzeitig investieren, sichern sich Wettbewerbsvorteile und vermeiden spätere Engpässe bei Beratung und Umsetzung.

Den Artikel von DIE WERKBANK IT können Sie hier in voller Länge nachlesen.

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