EPEA erhält Bundesmittel für die Entwicklung eines Industriemarktplatzes

15 June 2026

Ein neues Förderprojekt bringt Nebenprodukte aus der Industrie in zirkuläre Wertschöpfungsketten.

In industriellen Wertschöpfungsketten werden Nebenprodukte bisher häufig als Abfall behandelt. Während Unternehmen den Einkauf von Rohstoffen und den Verkauf ihrer Hauptprodukte optimieren, werden diese Stoffströme meist entsorgt und verursachen Kosten, statt Wert zu schaffen. Ein wesentlicher Grund dafür sind fehlende, verlässliche Informationen zu Herkunft, Zusammensetzung und Qualität.

Das vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) geförderte Entwicklungsprojekt setzt genau hier an. Ziel ist es, lineare Entsorgungslogiken durch zirkuläre Verwertungspfade zu ersetzen. Auf Basis geprüfter digitaler Materialinformationen sollen Nebenprodukte als handelbare Ressourcen sichtbar werden und wirtschaftlich sinnvoll in kreislauffähige Wertschöpfungsketten integriert werden.

Gemeinsam mit dem Fraunhofer IWM, Brain of Materials, Roteks Tekstil und Wastespresso entwickelt EPEA in den kommenden drei Jahren einen Prototypen für einen Industriemarktplatz.

Ziel ist der Aufbau einer integrierten digitalen Infrastruktur für zirkuläre Stoffströme. Diese ermöglicht es, Nebenprodukte systematisch zu bewerten, gezielt anzubieten und in verlässliche Geschäftsmodelle zu überführen. Unternehmen können so Entsorgungsaufwände reduzieren, zusätzliche Erlösquellen erschließen und regulatorische Anforderungen strukturierter adressieren. Die entwickelten Lösungen sind interoperabel, auf weitere Branchen übertragbar und schaffen perspektivisch die Grundlage für skalierbare, datenbasierte Kreislaufmärkte.

„Das erste Cradle to Cradle Prinzip lautet: Alles ist Nährstoff, es gibt keinen Abfall. Mit diesem Projekt wollen wir dieses Prinzip in die wirtschaftliche Umsetzung bringen. Was an einer Stelle als Abfall entsteht, kann an anderer Stelle ein wertvoller Nährstoff sein. Gemeinsam mit starken Partnern freuen wir uns auf die Umsetzung.“

- Jan Christoph von der Lancken, Geschäftsführer EPEA Industrie

Hier geht's zum Download

Bericht herunterladen

Vielen Dank für Ihr Interesse!
Hoppla! Beim Absenden des Formulars ist was schiefgelaufen.